Zweinull.cc hat mich auf einen interessanten Dienst aufmerksam gemacht: simfy.com ermöglicht es, Musik hochzuladen und per Stream zu hören - egal, von wem sie ursprünglich hochgeladen wurde und, natürlich, egal wann. Richtig toll daran ist aber die Vernetzung, denn es ist möglich, die Songs, die andere Nutzer hinzugefügt haben, ebenfalls zu streamen (nicht herunterzuladen).
Klingt so gut, dass ich mich frage, ob das nicht als Frontalangriff auf die extrem erfolgreiche und vielseitige Website last.fm zu werten ist!?
Blogger rotfuchs hat simfy ausprobiert und beschrieben. Störend waren hier wohl technische Fehler und strukturelle Unausgereiftheiten, aber in seinem Fazit wird klar, dass last.fm durchaus über weitere Kernkompetenzen verfügt, die simfy zurückstehen lassen:
Nach einigen Wochen bin ich schließlich wieder auf Last.fm als Musikplattform umgestiegen. Simfy ist keine schlechte Seite, ich möchte aber meine gehörte Musik weiterhin Woche für Woche in einer Chartliste betrachten können. Ebenso werde ich Last.fm schneller auf mir unbekannte Künstler aufmerksam. Zu guter letzt wirkt Last.fm ausgereifter, benutzt weniger Ajax und schont die Nerven. Simfy ist allerdings noch in der Betaphase, ein externer Musikplayer sowie die Kompatibilität zum Last.fm Audioscrobbler wurden schon versprochen. Es bleibt demnach spannend.
Das meine ich mit Vielseitigkeit: last.fm bietet Musikliebhabern schließlich nicht nur 80 Mio. Streams, 150.000 kostenlose und legale Downloads, sondern auch eine Reihe weiterer Funktionen, die es in ihrer Kombination kaum nötig machen, sich ernsthaft nach `was Neuem umzuschauen: Radiostationen (nach tags, Musikgeschmack, Empfehlungen), Kalender, Statistiken der (auch mit iTunes, Winamp etc.) gehörten mp3s, Gruppen und Foren, Blog- und Messagingfunktionen ohnehin, Widgets, eine kleinteilige Datenbank für Fans und tags für Generalisten. Und über allem steht die Möglichkeit, Neues zu entdecken: über tags und die "ähnliche Künstler"-Anzeige, per Empfehlung anderer Nutzer und der anhand der persönlichen Statistiken automatisch generierten "Empfehlungen der Woche".
Überall finden die Nutzer dabei Möglichkeiten, sich einzubringen und zu kommentieren - eine gut gewürzte Mischung aus klassischem Social-Network und (auch) für den Einzelnen praktischen Diensten.
Für last.fm gilt also nach wie vor: ein Höhepunkt der Verbindung nutzergenerierter und professioneller Inhalte, der großartige Dienste leistet und "Angriffsveruchen" wie simfy.com souverän abwehren dürfte.
Solange last.fm die eine breite Verfügbarkeit von Titeln (in voller Länge) sicherstellt, ist fast egal, warum ein Stream nun möglich ist. Erst, wenn sich erweist, dass die von simfy-Usern hochgeladene Musik in Masse, Qualität und Vielfältigkeit sehr viel besser ist als der (derzeit durch Vereinbarung mit Plattenfirmen bereitgestellte) Katalog von last.fm und dies gleichzeitig alle o.g. weiteren Vorteile schlägt, müssen sich die Londoner ernsthaft über ihr Geschäftsmodell Gedanken machen.